Festivalimpressionen 2026
Vom 14. bis 16. August 2026 fand die vierte Edition des METÉŌRA kammermusikfest arnsberg statt.
Den feierlichen Auftakt bildete das Eröffnungskonzert am Freitag, 14. August, um 19:30 Uhr im Kloster Wedinghausen. Inspiriert von Walter Willson Cobbett, der 1905 einen Wettbewerb zur Neubelebung der einsätzigen „Phantasy“ ausrief, erklang Benjamin Brittens preisgekröntes Phantasy Quartet. Ebenfalls auf dem Programm stand das imposante Klaviertrio d- Moll der emanzipierten Komponistin, Frauenrechtlerin und Autorin Ethel Smyth, die Cobbetts Einladung einst selbstbewusst ausschlug. Abgerundet wurde der Abend durch Robert Schumanns Liederzyklus nach den zugeschriebenen Gedichten von Maria Stuart.
Am Samstag, 15. August, um 18:00 Uhr verwandelte sich das Konvent Koffee in eine Oase französischer Klangfarben des 20. Jahrhunderts. Gabriel Faurés Liederzyklus La Chanson d’Ève zeichnete Evas Verzauberung beim Blick auf die Schöpfung nach (in einer Bearbeitung für Sopran und Streichquartett). Eugène Bozza entführte in die impressionistische Provence, während Jean Françaix mit seinem spritzigen Englischhorn-Quartett pariserischen Esprit verströmte. Vincent d’Indy beschrieb in seinem Sextett op. 92 unbeschwerte Tage an der Côte d’Azur mit neoklassizistischer Leichtigkeit.
Das Abschlusskonzert am Sonntag, 16. August, um 15:00 Uhr im Rittersaal Arnsberg widmete sich der Naturpoesie rund um Nikolaus Lenaus Schilflieder. In Alban Bergs Sieben frühe Lieder verschmolzen die opulente Klangsprache des Fin de Siècle mit ersten atonalen Tendenzen. August Klughardt setzte das Säuseln der Weiden und das Beben des Rohres im Wind intim mit Oboe und Viola um. Ergänzt wurde das Programm durch Gustav Mahlers düsteren Klavierquartettsatz in a-Moll – dem einzigen überlieferten Kammermusikwerk des damals 16-Jährigen – sowie ein duftiges Duo von W. A. Mozart.
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